KATZEN REIMEN SICH AUF SPATZEN
Lyrik:
WAS DIE WASCHMASCHINE SAGT
© Friedl Hofbauer
Wischiwaschi
Wäschewaschen
wischiwaschiwumm
Oben waschen
unten waschen
rundherum.
Hemden waschen, Hosen waschen,
Tischtuch mit den Rosen waschen,
wischiwaschi
Wäschewaschen
wischiwaschi wumm.
Und die vielen Hosentaschen
drehn wir um.
Wischiwaschi
Wäschewaschen
wischiwaschi
Wäschewaschen
Wäschewaschen
wischiwaschi
wumm.
GESPRÄCH EINER HAUSSCHNECKE MIT SICH SELBST
© Christian Morgenstern
Soll i aus meim Hause raus?
Soll i aus meim Hause nit raus?
Einen Schritt raus?
Lieber net raus?
Hausenitraus-
Hauseraus
Hausenitraus
Hausenaus
Rauserauserauserause...
DAS GROSSE LALULA
© Christian Morgenstern
Kroklokwafzi? Semememi! Seiokrontro -prafriplo:
Bifzi, bafzi; hulalemi:
quasti basti bo ...
Lalu lalu lalu lalu la!
Hontraruru miromente zasku zes rü rü?
Entepente, leiolente klekwapufzi lü?
Lalu lalu lalu lalu la!
Simarat kos malzipempu silzuzankunkrei!
Marjomar dos:
Quempu Lempu
Siri Sufi Sei!
Lalu lalu lalu lalu la!
HEXEN-EINMALSEINS
© Johann Wolfgang Goethe
Du musst verstehn!
Aus Eins mach zehn!
Und Zwei lass gehen,
Und Drei mach gleich,
So bist du reich.
Verlier die Vier!
Aus Fünf und Sechs -
So sagt die Hex -
Mach Sieben und Acht,
So ists vollbracht:
Und Neun ist Eins,
Und zehn ist keins.
DIE DREI SPATZEN
© Christian Morgenstern
In einem leeren Haselstrauch,
da sitzen drei Spatzen, Bauch und Bauch.
Der Erich rechts und links der Franz
und mitten drin der freche Hans.
Sie haben die Augen zu, ganz zu,
und obendrüber da schneit es, hu!
Sie rücken zusammen dicht an dicht.
So warm wie der Hans hats niemand nicht.
DER RIESE AUF DER WIESE
© Friedl Hofbauer
Es war einmal ein Riese,
der saß auf einer Wiese
und wackelt mit dem großen Zeh.
Da kam ein kleiner Schmetterling,
ein Schmetterling, ein Schmetterling,
der war so weiß wie Schnee.
Der große Riese saß ganz still
und wackelte kein bisschen mehr
mit seinem großen Zeh
und flüsterte nur froh,
nicht lauter als ein Floh:
Ein Schmetterling, ein Schmetterling
ist in der Näh’.
Da flog der weiße Schmetterling
dem Riesen auf dem Zeh.
Dort saß er eine Weile.
Er hatte keine Eile
und wippte mit den Flügeln leis.
Dann flog er wieder fort.
Der Riese sitzt noch immer dort
und wackelt mit dem Zeh
und wartet, dass er wiederkommt,
der Schmetterling, der Schmetterling,
der Schmetterling, der Schmetterling...
DER SCHNECK
traditionelle Volksweise
Ei, wie langsam, ei, wie langsam, kommt der Schneck von seinem Fleck! (weg)
Sieben lange Tage braucht er von dem Eck ins and’re Eck!
Ei, wie langsam, ei, wie langsam, kommt der Schneck im Gras daher!
Potz, da wollt ich anders laufen, wenn ich so ein Schnecklein wär’!
DIE FEDER
© Joachim Ringelnatz
Ein Federchen flog über Land;
ein Nilpferd schlummerte im Sand.
Die Feder sprach: "Ich will es wecken!"
Sie liebte andere zu necken.
Aufs Nilpferd setzte sich die Feder
und streichelte sein dickes Leder.
Das Nilpferd öffnete den Rachen
und musste ungeheuer lachen.
DIES KLEINE SCHWEIN
Dies kleine Schwein
ist so allein.
Es möchte gerne spielen,
im Dreck herumwühlen.
Doch es ist so allein.
Drum weint das kleine Schwein
Und geht wieder heim.
GRUSELETT
© Christian Morgenstern
Der Flügelflager gaustert
durchs Wiruwaruwolz,
die rote Fingur plaustert,
und grausig gutzt der Golz.
LIED DER SONNE
© Christian Morgenstern
Ich bin die Mutter Sonne und trage
die Erde bei Nacht, die Erde bei Tage.
Ich halte sie fest und strahle sie an,
dass alles auf ihr wachsen kann.
Stein und Blume, Mensch und Tier,
alles empfängt sein Licht von mir.
Tu auf dein Herz wie ein Becherlein,
denn ich will leuchten auch dort hinein!
Tu auf dein Herzlein, liebes Kind,
dass wir ein Licht zusammen sind!
REIMEN
© Friedl Hofbauer
Spatzen
reimen sich auf
Katzen
reimen sich auf
Tatzen
reimen sich auf
kratzen
Sonne
reimt sich auf
Regentonne
reimt sich auf
Badewonne
und Wanne
reimt sich auf Tanne
Liederblasen
reimt sich auf
Fliedernasen
wenn’s die auch gar nicht gibt
sind sie doch sehr beliebt
Manche Tanten
reimen sich auf
Elefanten
manche Väter
reimen sich auf
später
aber jeder
reimt sich auf Fledermaus
Und wer jetzt weiter reimen will
für den ist das Gedicht noch lange nicht aus.
DAS MAGLIED
© Andreas Remenyi
Ich mag dich kreuz und quer Ich mag dich hin und her
Ich mag dich immer mehr
Ich mag dich sauber
Ich mag dich dreckig
Ich mag dich rund
Ich mag dich eckig
Ich mag dich wie du bist
Ich mag was in dir steckt
Du bist perfekt
Ich mag dich haargenau
Ich mag dich gelb und grau Ich mag dich grün und blau Ich mag dich pink
Ich mag dich ponk
Ich mag dich blubbs
Ich mag dich schwubbs
Ich mag dich bunt, kariert gestreift, liniert, gescheckt Du bist perfekt
GAR NICHT SO EINFACH
© Franz Sales Sklenitzka
Anita will den Charlie,
Bettina will den Ben,
doch Benjamin will Astrid,
und Astrid will den Sven.
Tom sagt, er will Susanne,
Susanne will nur Joe,
doch der wird ohne Ilse
des Lebens nicht mehr froh.
Der Wolfgang will Sabine,
Sabine will den Till,
dem Till wär’ Anna lieber
(wenn Birgit ihn nicht will).
Birgit will nämlich Markus,
der aber mag sie nicht
und sagt ihr das ganz offen
und direkt ins Gesicht.
Und Harald will die Uschi,
und Uschi will den Björn,
und Mario hat’s einfach –
den mögen alle gern.
Markus, der will Verena,
Verena will den Pit,
doch Pit und Heinz und Jenny,
die spielen nur zu dritt.
Stefan mag Geraldine,
und Alois mag Kathrin,
doch Jens, der liebt nur eine –
das ist die Lehrerin.
Das Leben ist nicht einfach,
wenn man sein Herz verliert –
im Gegenteil: dann wird es
erst richtig kompliziert.
Zum Glück will Klaus die Sonja.
Zum Glück will Sonja Klaus.
Sonst wäre das Gedicht hier
natürlich noch nicht aus.
KATZENFABEL
© Max Kruse
Schniebel Schnabel
Katzenfabel
Wilde Jahre
Schnurrbarthaare
Liebesnächte
Mondgefechte
Scharfe Krallen
Wohlgefallen
Knurren
fauchen
schleichen
krauchen
schnurren
murren
maunzen
schlecken
Springen kriechen
sich verstecken
Schnuppern riechen
Buckel schlagen
Schlummern wittern
Mäuse jagen
Dieses ist
die Katzenweise
Und
vor allem
leise,
leise
MITTEN IM KAROTTENFELD
© Georg Bydlinski
Mitten im Karottenfeld
kam ein Hasenkind zur Welt.
Als es die Karotten sah,
meinte es: “Ich bleib gleich da!”
RADAU IN CHINA-TOWN
© Richard BIetschacher
ping peng poing padang
Wer ballert denn da den Gang entlang?
padang poing pfing pfing
Ist das nicht der Mong Cheng Ping?
boung peng patatsching
Was balanciert der da für ein Ding?
zing patazang padong
Ist das nicht ein Champagner-Kartong!
paradeng zatack pfatatschung
Jetzt haut er in einem Schwung
pfoing tscheng paffatang
den Sekt durch den Notausgang.
peng pfoing pfatapong
Das gibt eine Explosiong.
tschatapfeng patatschang tschingpfing
Das ist wieder typisch Mong Cheng Ping.
SCHLUSS MIT BEFEHLEN
© Wolfgang Mennel
Horch! sagt der Storch.
Renne! sagt die Henne.
Schlaf! sagt das Schaf.
Geh! sagt das Reh.
“Ja, aber –"
Gib Ruh! muht die Kuh.
Nimm Platz! sagt der Spatz.
Geh weg! sagt der Schneck.
Komm her! sagt der Bär.
Los raus! sagt die Maus.
“Ja, aber darf ich denn nicht –"
Nix da! kräht der Ara.
Hör mal! sagt der Wal.
Tu nicht so! sagt der Floh.
Sei still! sagt der Mandrill.
Psst leise! sagt die Meise.
“Schluss! Aus! Ich will endlich mal
tun und lassen,
was ich will!" sage ich.
Sieh mal an! sagt der Hahn.
Okee! sagt das Reh.
Na klar! sagt der Star.
Verzeih! sagt der Hai.
VIER UHR KUCKUCKSUHR
© Erwin Grosche
Ticke Tacke Hühnerkacke
Ticke Tacke Hühnerkacke
Ticke Tacke Hühnerkacke
Ticke Tacke Hühnerkacke
Ticke Tacke Hühnerkacke
Ticke Tacke Hühnerkacke
Ticke Tacke Hühnerkacke
Ticke Tacke Hühnerkacke
Kuckuck!
Kuckuck!
Kuckuck!
Kuckuck!
Es ist vier Uhr!
WUTSPRÜCHE
© Gerald Jatzek
Krokodil und Krokodil,
erstens brüll ich, wann ich will!
Krokodil und Krokodiller,
zweitens brüll ich immer schriller!
Krokodiller, Riesenzahn,
drittens fang ich erst an!
Riesenzahn und Krokodil,
nachher bin ich
wieder still.
SCHIMPFONADE
© Hans A. Halbey
Du sechsmal ums Salzfaß gewickelter Heringsschwanz!
Du viermal im Mehlpott gepökelter Krengeldanz!
Kropfbeißer, Kratzknacker, du hinkende Maus!
Sumpfdotter, Putzklopper, du zwickende Laus!
'ne Heulbeule biste, verdrück dich mit Soße!
Und ich geb' dir Quark mit Musik auf die Hosel
Du Giftwanstfresser, ich puste dich weg!
Und ich hol' meinen Bruder, der spuckt mit Dreck...
Ihr Kinder, wir müssen nach Hause gehn!
Och, Mutti, wir spielen doch grad so schön.
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