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Koko und der weiße Vogel
Nach dem gleichnamigen Kinderbuch von Erwin Moser.

Koko und Kiri wohnten in einer Felsenhöhle im Traumland. Oben auf der Felsenhöhle stand ein dürres Bäumchen, das aussah wie ein verwitterter Regenschirm. Koko und Kiri hatten in ihrer Bärenhöhle ein geräumiges Bett, aber ansonsten war es im Inneren recht karg und leer. Daher wollte Koko eines Morgens, als Kiri noch schlief, losgehen und zu ihrer Überraschung eine schöne Blume mitbringen. Er nahm sogar einen Wasserkrug mit - aber es half nichts, er konnte nirgendwo eine Blume finden.

Als Koko schon einige Zeit gesucht hatte, entdeckte er schließlich einen Löwenzahn, pflückte ihn und freute sich. Aber der Löwenzahn war bereits verblüht und schon der nächste Windstoß blies die vielen kleinen weißen Schirmchen in alle Richtungen. Zum Glück hüpfte ein flinkes Känguruh vorbei, das wusste, wo es in dieser ziemlich dürren Gegend Blumen gab. Der kleine Koko durfte sogar mit seinem Wasserkrug in die Beuteltasche des Känguruhs schlüpfen und wurde zu einer dürren Baumgruppe mitgenommen, wo hinter einem Stein eine feine rote Blume versteckt war. Nur leider hatte es das Känguruh sehr eilig und war sofort wieder weitergehüpft, noch bevor Koko einfiel, dass er seinen Wasserkrug im Känguruhbeutel vergessen hat.
Jetzt musste Koko schnell irgendwo Wasser finden, bevor die Blume verwelkte. Aber das war alles andere als einfach - statt dessen stieß Koko auf ein Luftschiff, das zwischen zwei Baumkronen gestrandet war. Er wollte versuchen, mit dem Luftschiff dem eiligen Känguruh nachzufliegen. Das Luftschiff flog sogar, aber leider nicht in dieselbe Richtung, in die das Känguruh davon gesprungen war. Es landete in einer Sandmulde, wo ein Hase mit einem großen Wecker schon zu warten schien. Er zeigte auf den Wecker und meinte, das Luftschiff wäre viel zu spät da.

Der Hase flog auch gleich mit dem Luftschiff weiter, Koko aber trauerte um seine Blume, die mittlerweile verwelkt war. Danach ging er eine Weile mit dem Wecker am Rücken weiter, aber er war ihm zu schwer und auch zu laut, wie er alle paar Minuten aufs Neue läutete. "Wecker, du gehst mir auf den Wecker", sagte er gerade - da erblickte er einen sehr sonderbaren Hund auf einem Hügel. Er hatte einen Turban auf dem Kopf und spielte mit einer Flöte. "Ich bin ein Pflanzenbeschwörer", erklärte er Koko, "wenn ich auf dieser Flöte spiele, schlängeln sich alle Pflanzen in die Höhe". Dem musizierenden Hund gefiel der Wecker und Koko gefiel die Idee, mit Hilfe einer Flöte Blumen zum Wachsen zu bringen. Sie tauschten miteinander.

Koko gelangte an ein Seeufer, aber auch dort konnte er nirgends eine Blume finden. Er spielte trotzdem auf seiner neuen Flöte und lockte damit eine violette Echse an, der die Flötenklänge gefielen. Die Echse hielt einen weißen Vogel gefangen. Koko tat der Vogel sehr leid, wie er mit einem Strick an einem Baum festgebunden stehen musste. Er bot also der Echse an, er würde ihr die Flöte, auf der man so schöne Musik spielen kann, geben - wenn er dafür den armen weißen Vogel freilassen würde. Die violette Echse stürzte sich gleich auf die Flöte und Koko befreite den Vogel von seiner Fessel.

Der weiße Vogel war ein sehr weises Tier. Er konnte Koko mühelos zur Bärenhöhle zurück fliegen, vor der Kiri schon auf ihn wartete. "Wo warst du denn?", fragte sie, aber Koko wollte von seiner Überraschung noch nichts verraten. Der weiße Vogel flog in das Tal der Riesenblumen und sammelte Blumensamen auf, mit denen er zur Höhle zurückflog. Er verstreute sie rund um Kokos und Kiris Bärenhöhle, und als in der Nacht ein geheimnisvoller Wind wehte, begannen riesengroße Blumen zu sprießen.



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