Der kleine Vogel Tikidu
Der kleine Vogel Tikidu kann noch nicht fliegen. An einem stürmischen Tag wird er in ein Erdloch verweht. Dort finden ihn der Hase Olli und der Igel Killi. Sie möchten Tikidu helfen, wissen aber nicht, wie sie es anstellen sollen. Zum Glück kommt kurze Zeit später der Maulwurf Willi vorbei. Er kennt sich mit Erdlöchern aus und holt den verschreckten Vogel aus dem Loch. Doch auf der Wiese kann Tikidu nicht bleiben, denn hier schleicht der Fuchs herum. Die drei Freunde Olli, Killi und Willi denken angestrengt nach, doch es fällt ihnen kein geeignetes Versteck ein. Als sich auch schon der Fuchs anschleicht, verstecken sich Willi und Tikidu kurzerhand im Maulwurfsloch, während Olli und Killi den Fuchs verjagen. Dauerhafte Lösung ist das aber freilich keine.
Nachdem der Fuchs wieder verschwunden ist, kommt langsam eine Schnecke angekrochen. Sie ist unterwegs zur Mooshöhle. Das wäre ein gutes Versteck für Tikidu, denken Killi und Willi. Nachdem Killi der Schnecke Tikidus Problem erklärt hat, darf sich der kleine Vogel auf ihr Haus setzen und sie nimmt ihn mit zur Mooshöhle. Dort leben die grünen Mooslinge mit ihren glitzernden Haaren. Als sie Tikidu in ihrer Höhle entdecken, nehmen sie ihn mit auf das Dach der Höhle, von wo aus sie die Sterne beobachten. Doch Tikidu ist müde von der langen Reise und muss dringend schlafen. Die Mooslinge bringen ihn ins Bett und singen ihm noch ein Schlaflied: „Mingelingeling, schlaf ein, kleiner Vogel, und träum vom Mond und den Sternen!“
Danach ziehen die Mooslinge weiter, denn sie sind nachtaktiv und gehen erst schlafen, als Tikidu am Morgen erwacht und aus der Mooshöhle kommt. Eilig wuseln die Mooslinge in die Höhle und Tikidu schaut sich neugierig um. Plötzlich schießen viele Fliegenpilze aus dem Boden, einer größer als der andere. Sie erschrecken den kleinen Vogel so sehr, dass er in den nahe gelegenen Bach fällt. Gut, dass ihn der lustige Wassergeist schnell genug aus dem Wasser fischen kann. Rasch bemerkt der Wassergeist, dass Tikidu noch nicht fliegen kann und beschließt, ihn zur Blumenwiese zu bringen. Auf dem Weg dorthin springen viele Fische fröhlich aus dem Wasser und tauchen plantschend wieder ein. Der Wassergeist lernt dem kleinen Vogel, von Stein zu Stein zu springen, und gibt ihm einen guten Rat mit auf den Weg: „Halt die Flügel gegen den Wind und den Schnabel in die Höhe. Lass dich niemals unterkriegen, bald wirst du fliegen!“
Beim Kornfeld angekommen, springt Tikidu an Land. Er trifft auf einen Salamander und eine Maus, die dem hungrigen Tikidu Körner zum Fressen gibt. Nachdem er sich den Bauch vollgeschlagen hat, taucht der Maulwurf Olli aus der Erde auf. Er freut sich, Tikidu endlich wiedergefunden zu haben. Die drei beschließen, sich gemeinsam auf den Weg zur Blumenwiese zu machen. Doch ein Gewitter zieht auf und Tikidu und die Maus suchen Schutz unter einem roten Regenschirm. Der Maulwurf geht unterirdisch voraus, nachdem der Regen vorbei ist, marschieren auch Tikidu und die Maus weiter.
Auf der Blumenwiese angekommen, trifft Tikidu auf drei Falter. Als sie bemerken, dass Tikidu nicht fliegen kann, geben sie ihm eine Flugstunde. Doch obwohl er sich sehr bemüht, gelingt es ihm nicht, abzuheben. Schnell wird es den Faltern fad und sie fliegen davon. Der Maulwurf Olli tröstet den kleinen Vogel. Er baut ihm ein Nest und deckt ihn mit einer Blumendecke zu, damit er sich ein wenig ausruhen kann. Liegend bestaunt er den Tanz der Blumenelfen. Kurze Zeit später kommen zwei Marienkäfer angeflogen. Als Tikidu das Marienkäferkind beim Fliegen beobachtet, will er es unbedingt auch nochmals versuchen. Er flattert kräftig mit den Flügeln und hebt tatsächlich vom Boden ab. Glücklich drehen Tikidu und der Marienkäfer gemeinsam ihre Runden. „Fliegt nicht in den Wald, dort ist es gefährlich!“, rufen ihnen Olli und der Marienkäfer-Papa zu. Doch Tikidu hört plötzlich einen anderen Vogel aus dem Wald rufen: „Tuki-di! Tuki-di!“ Ehe noch jemand etwas dagegen unternehmen kann, fliegt Tikidu in den Wald, um nach dem Rechten zu sehen!
Im Wald entdeckt Tikidu tatsächlich einen Vogel. Er ist an einen Baum gebunden und wird vom Wurzelwicht gefangen gehalten. Den Wurzelwicht nervt nämlich das Gepiepse und Geschnatter des Vogels. „Niemals nicht mag das eine Wurzelwicht wie ich!“, schimpft er laut. Er hat vor, den Vogel aus seinem Wald zu schaffen, damit er endlich Ruhe hat. Doch Tikidu hat eine gute Idee: Er fliegt durch den Wald und versteckt sich hinter verschiedenen Bäumen. Dabei ruft er immer wieder laut: „Tiki-du! Tiki-du!“ Der Wurzelwicht glaubt, seinen Ohren nicht zu trauen. Der ganze Wald scheint plötzlich voller Vögel zu sein, aber es ist kein einziges Federvieh zu sehen. Wie von Sinnen läuft der Wurzelwicht laut schimpfend aus dem Wald.
In der Zwischenzeit sind Willi, Killi und Olli ebenfalls im Wald angekommen. Sie sind heilfroh, dass sie Tikidu gefunden haben, stehen jetzt aber vor einem neuen Problem. Wie sollen sie bloß den gefangenen Vogel befreien? Nach einigem Nachdenken hat der Igel Killi eine Idee: Der Hase Olli soll mit seinen scharfen Zähnen das Seil durchbeißen. Sofort macht Olli sich ans Werk und siehe da, es funktioniert. Tukidi ist frei. Er bedankt sich bei Tikidu und seinen Freunden. Danach fliegen die beiden Vögel Seite an Seite davon. Glücklich sehen ihnen Olli, Killi und Willi nach und der Hase Olli findet die richtigen Worte zum guten Ende dieser Geschichte: „Rübe mit Salat und Spinat. War das ein schöner Tag!“
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